17. Juni 2026 18:00

Unternehmertum Der Mann, der die Linken vor Neid platzen lässt

SpaceX-Börsengang als Triumph für Produktivität

von Joana Cotar drucken

Börsengang: SpaceX erreicht Rekordbewertung
Bildquelle: e-Redaktion Börsengang: SpaceX erreicht Rekordbewertung

Am vergangenen Freitag legte SpaceX einen fulminanten Start an der Börse hin. Es war der größte Börsengang der Geschichte und er brachte dem Unternehmen 75 Milliarden US-Dollar frisches Kapital ein. Am Ende des ersten Handelstages wurde SpaceX mit rund 2,1 Billionen US-Dollar bewertet. Elon Musk, dem etwa 40 Prozent des Unternehmens gehören, ist damit der erste Billionär der Menschheitsgeschichte.

Man hätte über diese Leistung sprechen können oder einfach über ihn selbst, ein Mann, der vor 24 Jahren mit der aberwitzigen Idee antrat, die Raumfahrt billiger und Raketen wiederverwendbar zu machen. Der von einem Leben auf dem Mars träumt. Man hätte über zahllose Fehlstarts, explodierende Raketen und das Jahr 2008 sprechen können, in dem SpaceX kurz vor der Pleite stand und Musk trotzdem weitergemacht hat. Oder über Falcon 9, Starlink und die Rückkehr amerikanischer Astronauten ins All mit Hilfe von amerikanischer Technik. Über Tausende Ingenieure und Arbeiter, die etwas gebaut haben, woran staatliche Raumfahrtbehörden jahrzehntelang gescheitert sind.

Aber die Linke sprach lieber über Steuern und Enteignung.

US-Senatorin Elizabeth Warren rechnete vor, dass ein durchschnittlicher amerikanischer Haushalt mehr als elf Millionen Jahre arbeiten müsste, um Musks Vermögen zu erreichen. Ihre Schlussfolgerung lautete daher, man muss dem Mann per Vermögenssteuer das Geld wegnehmen. Gavin Newsom, möglicher Präsidentschaftskandidat der Demokraten, faselte etwas von einem manipulierten System. Bernie Sanders und andere Demokraten forderten höhere Steuern für Superreiche. Vor der JPMorgan-Zentrale demonstrierten Aktivisten unter Schildern mit der Aufschrift „No trillionaires“. Ein Kandidat der Demokraten verlangte, Musk müsse der letzte Billionär der Geschichte bleiben und Oxfam sprach von einem „dunklen Tag für die Demokratie“ und rechnete vor, dass eine zehnprozentige Steuer auf Musks Vermögen ausreichen würde, um extreme Armut weltweit für ein Jahr zu beseitigen.

Die Kritik aus den linken Kreisen in Deutschland klang ähnlich.

Da baut jemand das erfolgreichste Raumfahrtunternehmen der Geschichte und die erste Frage von LINKS ist die, warum ihm das Ergebnis seiner Arbeit noch nicht weggenommen wurde. Was für ein Irrsinn!

Und scheinbar glauben diese Menschen, dass Elon Musk die Billion irgendwo in einem Safe gebunkert hätte. Als ob sie nicht in Unternehmensanteile stecken würde. Und der Markt seine Anteile so hoch bewertet, weil Millionen Menschen davon überzeugt sind, dass SpaceX in Zukunft noch mehr leisten wird. Sollte der Aktienkurs irgendwann fallen, verschwindet auch ein erheblicher Teil des Vermögens. Angebot und Nachfrage.

Und um die Billion zu „verteilen“, müsste Musk also seine Beteiligungen verkaufen. Der Kurs würde einbrechen, seine Kontrolle über das Unternehmen wäre verloren und aus einer produktiven Beteiligung würde kurzfristiger Konsum. Produktives Kapital in Konsum umzuwandeln, nennt man wiederum Vermögensvernichtung. Aber dieses Verständnis setzt voraus, dass man Kapital nicht als Ausbeutungsinstrument, sondern als Produktivkraft begreift und daran scheitern Sozialisten seit Jahrhunderten.

Davon abgesehen ist die Vorstellung, Armut lasse sich durch eine einmalige Beschlagnahme beseitigen, absurd. Armut verschwindet durch Produktivität, Kapitalbildung, Eigentum, Leistung und technischen Fortschritt. Also durch genau das, was Elon Musk aufgebaut hat.

Nach Schätzungen wurden durch den Börsengang von SpaceX rund 4.400 gegenwärtige und ehemalige Mitarbeiter zu Millionären. Etwa 400 sollen Beteiligungen im Wert von mehr als 100 Millionen US-Dollar halten. Darunter befinden sich Ingenieure, Schweißer, Techniker - Mitarbeiter quer durch alle Bereiche. SpaceX zahlte nicht nur anständige Gehälter, sondern beteiligte seine Belegschaft über Jahre hinweg am Unternehmen. Die Menschen, die das Risiko mittrugen und die Beteiligungen behielten, profitieren jetzt vom Erfolg - völlig zurecht.

Im Jahr 2025 absolvierte SpaceX 165 Orbitalstarts. Europas Ariane 6 kam auf vier, die Vega-C auf drei. Europa setzt auf Wegwerfraketen, die Behörden beschäftigen sich mit Zertifikaten, Strategiepapieren und politischen Quoten. Derweil landen die Booster von SpaceX längst senkrecht auf schwimmenden Plattformen und werden wieder eingesetzt. Anstatt also neidisch auf Musks Geld zu schauen, sollten wir uns eher mit der Frage beschäftigen, warum er etwas schafft, was wir und so viele andere nicht einmal ansatzweise können.

„Der Neid galt einst als eine der sieben Todsünden, bevor er unter neuem Namen zu einer der am meisten bewunderten Tugenden wurde: ‚soziale Gerechtigkeit‘“ schrieb Thomas Sowell und „Ich habe nie verstanden, warum es ‚Gier‘ sein soll, das verdiente Geld behalten zu wollen, aber nicht, das Geld anderer zu nehmen.“

Dem ist kaum noch etwas hinzuzufügen.

Elon Musk hat niemandem eine Billion Dollar weggenommen. Er besitzt Anteile an Unternehmen, das andere Menschen freiwillig so hoch bewerten. Er wurde reich, weil er Dinge gebaut hat, die Menschen nutzen wollen. Digitale Zahlungssysteme, Elektroautos, Satelliteninternet und wiederverwendbare Raketen. Man kann ihn unsympathisch finden und die Bewertung von SpaceX für überzogen halten. All das ist legitim. Ihm sein Vermögen zu missgönnen, weil man selbst nichts Vergleichbares geschaffen hat, ist es nicht.

Musk baut Raketen, die ins All fliegen und wieder landen und uns vielleicht irgendwann einmal zum Mars bringen. Seine Kritiker dagegen bauen moralische Ansprüche auf das Vermögen anderer. Eines von beidem bringt die Menschheit voran, das andere ist einfach nurerbärmlich.


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