23. Juni 2026 13:00

Regulierung Bahn reagiert auf EU-Gesetz: Pommes im Bordbistro gestrichen

Folge der EU-F‑Gase-Verordnung 2024

von Kaspar Rosenbaum drucken

Klimaregeln: Currywurst ohne Beilage als Folge
Bildquelle: Redaktion Klimaregeln: Currywurst ohne Beilage als Folge

Die Deutsche Bahn verzichtet im Bordbistro künftig auf Pommes zur Currywurst. Auslöser ist die EU-F-Gase-Verordnung 2024/573, die den Einsatz klimaschädlicher Kältemittel schrittweise begrenzt. Weil die bisherigen Gefrierschränke dafür nicht mehr weiterbetrieben werden sollen, stellt die Bahn die Tiefkühlkette um und streicht die Beilage. Betroffen sind nach dem Bericht auch andere Betriebe, die ihre Kühltechnik anpassen müssen.

Man nennt es Klimaschutz. Gemeint ist Kontrolle bis in den Gefrierschrank. Erst verordnet Brüssel die technische Moral, dann wundert man sich über die praktische Folge: weniger Auswahl, mehr Kosten, mehr Umbau, mehr Bürokratie. Die Pommes sind dabei nur das sichtbare Opfer. Die eigentliche Botschaft lautet: Der Bürger darf frei entscheiden, solange er richtig entscheidet. Wer am Ende eine Currywurst ohne Beilage bekommt, soll das bitte als Fortschritt verstehen.

Besonders hübsch ist die Inszenierung der Unvermeidlichkeit. Die Bahn „verzichtet“, heißt es freundlich, als hätte sie aus kulinarischer Einsicht gehandelt. Tatsächlich wurde sie zum Handeln gezwungen. Das ist die alte Verwaltungskunst: Erst wird ein Markt mit Verboten und Grenzwerten durchpflügt, dann nennt man das eine Förderung „klimafreundlicher Alternativen“. So sieht Fürsorge aus, wenn sie vom Staat kommt.

Natürlich geht es nicht um Pommes allein. Es geht um das Prinzip, dass zentrale Stellen immer genau wissen wollen, welche Technik, welches Kältemittel, welche Anlage und welche Betriebsform gerade noch zulässig sind. Heute sind es Gefrierschränke im Bordbistro, morgen Wärmepumpen, übermorgen irgendein anderer Bereich des Alltags, den niemand vor dem Eingriff vermisst hat. Die Bürokratie entdeckt ein Problem, das ohne sie deutlich kleiner wäre. Und weil sie schon einmal da ist, macht sie es groß genug für eine Verordnung.

Der Schaden bleibt dabei schön verteilt: ein wenig teurere Umrüstung hier, etwas weniger Komfort dort, ein Stück Flexibilität weniger überall. Das ist die Lieblingsform moderner Politik. Sie verkauft Verzicht als Vernunft und Umstellung als Sieg. Am Ende steht dann kein kühler Bordservice mehr, sondern ein weiterer kleiner Beweis dafür, dass zentraler Regelungswille oft genau das zerstört, was er angeblich schützen will. Pommes sind banal. Der Mechanismus dahinter nicht.


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