29. März 2024

Medien Wer für die Freiheit streiten will, darf die Wahrheit nicht ausblenden!

Lügen und Auslassungen schaden der Glaubwürdigkeit

von Thomas Jahn

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Bildquelle: Rawpixel.com / Shutterstock Im Kampf um Aufmerksamkeit: Gute Recherche bleibt dabei meist auf der Strecke – auch immer öfter bei den Alternativmedien

Freiheit und Wahrheit gehören zusammen. Gerade in der Karwoche erinnern wir uns daran, wie Jesus zu seinen Anhängern sprach und ihnen prophezeite: „Und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Johannes 8,32).

Die Liebe zur Wahrheit, Aufrichtigkeit und Rechtschaffenheit ist vor allem auch eine wichtige Voraussetzung, um als Medium oder einzelner Publizist und Autor glaubwürdig zu sein. Glaubwürdigkeit ist nicht nur in der Politik, sondern auch im Medienbetrieb die wichtigste Währung. Viele alternative Medienmacher sind auf einem guten Weg. Das zeigt die aktuelle Debatte um die verweigerte Einsicht in die Akten des Robert-Koch-Instituts, die belegt, wie wenig wir uns aktuell und in den zurückliegenden Jahren auf die milliardenschweren etablierten Medien verlassen konnten. Nicht nur jetzt, sondern schon vor vier Jahren wäre es für ARD, „Spiegel“, „SZ‘“ und Co ein Leichtes gewesen, die politischen Hintergründe über die in der Geschichte der Bundesrepublik bislang schwersten Eingriffe in die Grundrechte der Bürger zu recherchieren und das Handeln der Regierung kritisch zu begleiten. Aber die laut Medienstaatsverträgen dem Gemeinwohl angeblich besonders verpflichteten, scheinbar unabhängigen öffentlich-rechtlichen Sender zogen gegen das Robert-Koch-Institut (RKI) natürlich nicht vor Gericht, genauso wenig wie sämtliche anderen Medien. In der „Corona-Zeit“ schauten weder die „Helden“ des selbsternannten Recherche-Netzwerks „Correctiv“ noch ARD, „Spiegel“ und Co der Regierung kritisch auf die Finger. Im Gegenteil: Sie sahen sich in der Rolle von Regierungssprechern, übernahmen alle Verlautbarungen der Regierung ungeprüft und bügelten fachlich fundierte Kritik als „rechte Verschwörungstheorien“, als „Covidiotentum“ und verirrte Hetze ab. Es war ein alternatives Medium, nämlich das kleine, auf Spenden angewiesene, weitgehend unbekannte Internet-Magazin „Multipolar“, das mit seiner Klage gegen das RKI jetzt das offizielle Corona-Narrativ zum Wanken bringt. Aber selbst jetzt geben die Mainstreammedien nicht auf und schlagen sich erneut auf die Seite der Regierung und diffamieren die journalistische Arbeit von „Multipolar“. Die „Bild“-Zeitung zitiert aus den RKI-Protokollen vom 16. Dezember 2020, dass Lockdowns schwerere Konsequenzen hätten als „Corona“ selbst und eine steigende Kindersterblichkeit zu erwarten sei. „Bild“ schreibt weiter: „Öffentlich wurde darüber geschwiegen.“ Genau darüber beschwerten sich sogenannte Querdenker und bis dahin anerkannte Wissenschaftler schon vor vier Jahren. Sie kritisierten schon damals die „Corona-Maßnahmen“, insbesondere für Kinder und die Allgemeingesundheit. Aber gestern wie heute diffamieren und framen die meisten reichweitenstarken Medien weiter. Der „Spiegel“ beeilte sich schon zwei Tage nach der Veröffentlichung der Corona-Protokolle, das Online-Magazin „Multipolar“ natürlich als „rechts“ zu bezeichnen und damit negativ zu etikettieren. Die ARD versuchte sich in allgemeiner Relativierung. Auf der Internetplattform der Tagesschau wurden die RKI-Protokolle plötzlich als wenig brisant eingestuft. Unter dem Titel „RKI-Files und der Skandal, der keiner ist“ rechtfertigt die ARD die Ergebnisse der Protokolle damit, dass andere Länder die Risikobewertung ebenfalls hochgestuft hätten und sich Deutschland dieser Einordnung nicht hätte entziehen können. Das Beispiel Schweden belegt natürlich, dass das genaue Gegenteil richtig ist.

Auch der Berliner Wahlskandal des Jahres 2021 wurde nicht von etablierten Medien, sondern durch das noch verhältnismäßig junge Wochenmagazin „Tichys Einblick“ aufgedeckt. Die dazu Anfang 2022 gestartete Recherche mit der Prüfung umfangreicher Akten und vor allem der Protokolle aus den Berliner Wahllokalen wurde von der freiheitlichen, von Markus Krall gegründeten „Atlas Initiative“ finanziert.

Alternative Medien können aber natürlich auch irren. Sie können leider auch in die Fehler der heutigen Staatssender verfallen, wenn sie ein bestimmtes politisches Wunschdenken über den Anspruch auf Wahrheitsfindung stellen. Die richtige Haltung erscheint dann wichtiger als sorgfältige Recherche und abwägende Einordnungen. Oft hat man den Eindruck, auf vielen alternativen Kanälen mit folgendem Muster konfrontiert zu werden: lieber schnell ein Video raushauen, das die jeweilige Fan-Blase jubeln lässt, weil es festgefügte Meinungen befriedigt, als den Dingen zeitaufwendig auf den Grund zu gehen. Vor allem bei der Bewertung von Ereignissen im Ausland, wie dem Krieg in der Ukraine, geht in vielen alternativen Medien Gesinnung häufig vor Wahrhaftigkeit. Die russische Politik der letzten Jahre wird dabei häufig zu naiv, zu wohlwollend und unter dem Blickwinkel der linken postkolonialen Theorie betrachtet, wonach der angeblich böse Westen für alle Fehlentwicklungen der letzten 100 Jahre verantwortlich sei. Bereitwillig werden frei erfundene Narrative, wie die angeblich aggressive Ausdehnung der Nato nach Osten ausgebreitet und historische Fakten ignoriert, wonach die damalige russische Regierung unter Boris Jelzin 1997 mit der Nato-Russland-Grundakte der Osterweiterung des atlantischen Bündnisses tatsächlich ausdrücklich zugestimmt hat. Russland verpflichtete sich, nicht nur die Souveränität aller Staaten, auch die der ehemaligen Sowjetunion zu achten, sondern stimmte auch zu, dass es kein Vetorecht gegen die Nato-Mitgliedschaft anderer Länder hat. Besonders verwunderlich ist es dann, wenn ausgerechnet libertäre Medienmacher, die den wichtigen Grundsatz „Pacta sunt servanda“ eigentlich kennen müssten, häufig diese und andere freiwillig eingegangene vertragliche Verpflichtungen Russlands, wie zum Beispiel die Budapester Garantieerklärung zugunsten der Unverletzlichkeit der ukrainischen Grenzen aus dem Jahre 1994, vollständig ignorieren.

Viele alternative Medien sollten auch häufiger den alten römischen Rechtsgrundsatz „audiatur et altera pars“ berücksichtigen. Sie sollten demnach auch der jeweils anderen Seite Gelegenheit zur Stellungnahme bieten, bevor sie eine Geschichte weiterverbreiten, die nur auf der Sichtweise einer Fraktion beruht. Der unfaire Umgang mit der im Februar 2024 neu gegründeten Partei der Werteunion muss in diesem Zusammenhang erwähnt werden. Anstatt mit dem Gründungsvorsitzenden Hans-Georg Maaßen oder anderen Beteiligten zu sprechen, wurden nach feinster ARD-, „Spiegel“- und „SZ“-Manier Zitate aus dem Zusammenhang gerissen und Lügennarrative weiterverbreitet. In einem kürzlich auf Youtube ausgestrahlten Interview mit Klaus Kelle, einem anderen alternativen Medienmacher, klärte Hans-Georg Maaßen die Öffentlichkeit darüber auf, dass Markus Krall in der Werteunion weiterhin willkommen und keineswegs vergrault worden sei. Mehreren schriftlichen Verlautbarungen der Werteunion hätte man in den letzten Wochen auch entnehmen können, dass es keinen „Brandmauer-Beschluss“ gibt und dass natürlich nicht nur die CDU als künftiger Koalitionspartner infrage kommt, sondern selbstverständlich auch die AfD. Trotzdem spinnen viele alternative Medien das Märchen weiter, die Werteunion sei eine Art „U-Boot-Partei“ der CDU, die nur Wähler von der AfD weglocken wolle.

Die Negativbeispiele könnten fortgesetzt werden. Wichtiger ist aber die Erkenntnis, dass Deutschland, mehr als jedes andere europäische Land, heute ein neues, auf fairem Wettbewerb gegründetes Mediensystem braucht. Auch und gerade im Medienbetrieb wirkt Wettbewerb als unverzichtbares Entmachtungsinstrument und schafft diejenige Vielfalt, die am Ende der größtmöglichen Wahrheit und damit der Freiheit zum Durchbruch verhilft. Die auch bei alternativen Medien erwähnten Unzulänglichkeiten sind häufig einfach auch auf fehlende Mittel zurückzuführen, weil die Marktteilnehmer dazu gezwungen werden, monatlich 18,36 Euro an bestimmte Medien abzuführen, und dieses Geld ohne Zwang denjenigen Medien zufließen würde, die die Publikumswünsche am besten bedienen könnten. Alle Freunde der Freiheit sollten daher ihre Kräfte und ihre Zielsetzung in dieser Frage bündeln, denn die jetzigen wettbewerbsverzerrenden Kartellstrukturen, die Einflussnahme von Regierungsparteien und vor allem das zwangsfinanzierte öffentlich-rechtliche System verhindern die unverzichtbare Suche nach der Wahrheit. Das müsste, nach den aktuellen, leider immer noch unvollständigen Veröffentlichungen der RKI-Protokolle langsam auch den naivsten Zeitgenossen aufgefallen sein.                           


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