Moral und Macht (IV): Der Widerstand beginnt ...
Die DNA des Libertären
Freiheit beginnt nicht, wenn sich die Welt verändert. Sie beginnt, wenn du dich veränderst. Und sie beginnt mit dem Mut, Nein zu sagen.
Hast du schon einmal geschwiegen, obwohl du eigentlich etwas sagen wolltest? Das sind kleine Gehorsamsübungen. Jedes Mal, wenn du dein Gewissen zugunsten von Bequemlichkeit aufgibst, stärkst du deinen Instinkt, dich anzupassen. Wenn es dann um viel geht, ist diese Gewohnheit bereits tief in dir verankert.
Dein Gewissen wird durch eine autoritäre Stimme außer Kraft gesetzt. Die Gefahr liegt nicht in Gewalt oder Wut. Sie liegt im leisen Befehl, der mit Autorität ausgesprochen wird. Sie liegt in der Bereitschaft zu gehorchen, obwohl jede Faser deines Wesens dir sagt, dass du Widerstand leisten solltest. Nietzsche würde dies als die größte Schwäche der Menschheit bezeichnen: die Vorliebe für Bequemlichkeit statt Mut, Gehorsamkeit statt Freiheit.
Der Herdentrieb liegt in dir
Zunächst musst du erkennen, dass auch du nicht gegen Autorität immun bist. Überschätze niemals deine Stärke. Freiheit beginnt nicht mit Stolz, sondern mit Demut. Nur wenn du dir deine Schwächen eingestehst, kannst du dich auf Widerstand vorbereiten. Das ist der Beginn deiner Stärke. Der Herdentrieb lebt auch in dir.
Individuation
Du musst dir bewusst werden, dass du kein Teil der Masse bist, sondern ein Individuum. Das gelingt dir nur, wenn du selbst denkst. Jeden Tag stehst du mehrfach vor der Wahl zwischen Konformität und Gewissen, zwischen Unterwerfung und Stärke. Du musst lernen, diese Situationen zu erkennen. Du musst erkennen, wo du dem Herdentrieb folgst. Und solange du ihn nicht erkennst, wirst du ihm gehorchen. Dabei geht es nicht um Nebensächlichkeiten oder die gewöhnlichen gesellschaftlichen Konventionen, die unser Zusammenleben bestimmen.
Klarheit
Erkenne jene Handlungen, die du befolgst, die du jedoch als für falsch empfindest: Du zahlst mit der Karte statt mit Bargeld, du akzeptierst Geschäftsbedingungen, die deine Rechte einschränken, du verbindest dein Gerät mit dem WLAN (IoT), obwohl du weißt, dass der Hersteller so dein Gerät kontrolliert, du akzeptierst die Korruption deiner Regierung, weil du glaubst, sonst negativ aufzufallen, und so weiter.
Zunächst musst du dir bewusst werden, welche Alternativen du hast. Die Regierungen und Firmen tun alles, um deine Wahlmöglichkeiten einzuschränken: Die GEZ (Billag) ist eine Zwangsabgabe, mit der sie uns Staatspropaganda den Hals hinunterstopfen, Elektriker zwingen uns, teure proprietäre Elektrobuchsen zu kaufen, und wenn wir das Gerät nicht an das WLAN anschließen, funktioniert es nur teilweise. Du musst dein Gehirn einschalten – es gibt fast immer ein Workaround, du musst ihn nur finden.
Widerstand
Nun beginnt der mühsame Teil. Gehorsam bedeutet, Verantwortung abzugeben. Widerstand bedeutet, sie zurückzuholen. Laut Nietzsche entsteht Größe nur dann, wenn man die Last der eigenen Entscheidungen trägt. Beginne mit kleinen Gesten der Rebellion. Finde heraus, wie man Vorschriften umgeht. Verzichte auf Geräte, die vom Hersteller ferngesteuert werden. Beharre auf dein Recht, mit Bargeld zu bezahlen.
Stärke entsteht nicht in Bequemlichkeit. Sie entsteht in Konfrontation. Jedes Mal, wenn du dich weigerst, etwas zu tun, das gegen dein Gewissen verstößt, schärfst du deine Individualität. Jedes Mal, wenn du ohne zu fragen gehorchst, stumpfst du sie ab. Deshalb bewunderte Nietzsche den Trotz, selbst wenn er mit Leiden einherging. Er sah Trotz als Zeichen des Lebens. Widerstand zu leisten bedeutet, die eigene Existenz zu bekräftigen. Blind zu gehorchen bedeutet, sie zu leugnen.
Freiheit beginnt nicht, wenn sich die Welt verändert. Sie beginnt, wenn du dich veränderst. Und sie beginnt mit dem Mut, Nein zu sagen.
Der Masse die Verdammnis
Die Starken warten nicht auf Erlaubnis. Sie beugen sich nicht einfach vor Autoritäten, nur weil diese eine Uniform tragen. Sie prüfen Befehle anhand ihres eigenen Gewissens und verweigern sich, wenn sie ihrem inneren Gesetz widersprechen. Aber solche Menschen sind selten.
Der Starke braucht kein Mitleid für diejenigen zu haben, die die Konsequenzen ihres Gehorsams zu spüren bekommen. Die Dummen werden sich damit entschuldigen, dass sie das taten, was ihnen gesagt wurde, und behaupten, sie hätten keine Alternative gehabt. Doch sie hatten eine! Sie hätten ihr Gehirn einschalten und sich informieren können. Sie hätten Nein sagen können. Doch sie taten es nicht: Mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen. Bequemlichkeit hat ihren Preis.
Quellen:
Gehorsamkeit ist die Moral der Sklaven
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